Grabungen / Innenhof mit drei Tafeln

verborgene Mauern erzählen die Geschichte der Abtsburg

Die Ausgrabungen

Verborgene Spuren der Geschichte im Schlosshof

Bei archäologischen Ausgrabungen werden auf dem Gelände des heutigen Stadtschlosses zahlreiche Überreste der mittelalterlichen Burganlage gefunden. Im heutigen Schlosshof werden an mehreren Stellen Mauerzüge und -fragmente freigelegt, die im 14. Jahrhundert als Grabenstützmauern, Wehrgang und Grabenbrücke der rechteckigen Burganlage gedient haben.

Insbesondere kann auf einer Länge von knapp 14 Metern die historische Stadtmauer Fuldas aus dem 12. Jahrhundert nachgewiesen werden. Sie verläuft vom Schlossturm zum Heertor auf dem heutigen Busbahnhof, ist allerdings nur in Teilen erhalten. Die Ergebnisse der Ausgrabungen lassen vermuten, dass die mittelalterliche Stadtmauer während des Umbaus der Burganlage in der Renaissance am Anfang des 17, Jahrhunderts bereits abschnittsweise abgetragen wurde.

Bauliche Integration

Teilweise werden die mittelalterlichen Befestigungen der Abtsburg beim Umbau zum Renaissanceschloss auch in das neue Bauwerk integriert. So ist der untere, rechteckige Bereich des heutigen Schlossturms ursprünglich der Bergfried der Burganlage. Im Mittelbau der Vierflügelanlage des Schlosses sind außerdem bis ins zweite Geschoss hinein Überreste des ehemaligen Palas zu finden.

Auch aus der Zeit der Schlosserweiterungen in der Renaissance und im Barock werden originale Baureste gefunden. Im Untergeschoss des Turms wird eine Abortanlage freigelegt, die im 16. oder 17. Jahrhundert in die Erdauffüllungen aus dem Mittelalter eingegraben wurde. Der Abort war an ein Abwassersystem angeschlossen, dessen Kanäle an verschiedenen Stellen im Schlosshof freigelegt werden. Die Kanäle können teilweise auch dem Dianabrunnen zugeordnet werden.

Die Geschichte des Schlosses

Von der mittelalterlichen Burg zum Barockschloss